VfL Eintracht Mettingen 1921 e.V.
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Infoabend bei Eintracht Mettingen
26.02.20

Wo fängt sexualisierte Gewalt an Mädchen und Jungen an? Sollte jedes Vereinsmitglied schon bei dem Satz „Der Trainer kommt dauernd in die Umkleidekabine, weil da ständig was los ist“, mehr als hellhörig werden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Mitglieder und Trainer des VfL Eintracht Mettingen bei einem Informationsabend.
 
Mandy Owczarzak sprach vor Mitgliedern des VfL Eintracht über sexualisierte Gewalt, welche Formen sie annehmen kann und wie Mitglieder, Übungsleiter und Trainer darauf reagieren sollten. Bei ihrem Vortrag ging es in erster Linie darum, die Zuhörer weiter zu sensibilisieren. 

Foto: privat
Mandy Owczarzak sprach vor Mitgliedern des VfL Eintracht über sexualisierte Gewalt, welche Formen sie annehmen kann und wie Mitglieder, Übungsleiter und Trainer darauf reagieren sollten. Bei ihrem Vortrag ging es in erster Linie darum, die Zuhörer weiter zu sensibilisieren.

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Die Sportwissenschaftlerin Mandy Owczarzak führte den Teilnehmern bei ihrem Vortrag Formen der sexuellen Gewalt vor Augen, zeigte Möglichkeiten zur Vorbeugung auf erklärte Schritte, um dagegen einzuschreiten. Wichtig sei es vor allem, für das Thema weiter zu sensibilisieren, sagt Ute Ahlers im Gespräch mit unserem Medienhaus.

Das bedeute keineswegs, dass Trainer oder Übungsleiter unter Generalverdacht gestellt werden sollen. Ahlers ist Ansprechpartnerin beim VfL Eintracht Mettingen, wenn es zu Verdachtsfällen kommen sollte. Zudem koordiniert sie Veranstaltungen, wie die mit Mandy Owczarzak, der noch weitere Info-Abende folgen sollen. Ziel ist, Transparenz im Umgang mit dem Thema zu schaffen und dafür zu sensibilisieren.

Der Abend habe einmal mehr gezeigt, wie schwer Grenzverletzungen gegenüber Kinder zu erkennen sind, erläutert Ute Ahlers. Natürlich könne ein Übungsleiter kleineren Kindern die Schuhe zu machen oder sie bei einer Auswechslung tröstend in den Arm nehmen. Heikel werde es aber dann, wenn auffalle, dass er das immer bei demselben Kind mache.

Der Umgang mit dem Thema sei oft eine Gratwanderung. Auf der einen Seite müssen die Kinder ernst genommen werden, auf der anderen Seite bestehe das Risiko, jemanden vorschnell zu verdächtigen. Deshalb empfahl Referentin Owczarzak, dass der Verein seinen Leitfaden zu dieser Thematik anpassen und offen sein sollte. Dabei helfe oft ein gutes Bauchgefühl, gibt Ute Ahlers den Rat der Sportwissenschaftlerin wieder. Als Hausaufgabe gab Owczarzak den Teilnehmern mit auf den Weg, das eigene Verhalten gegenüber Kindern, Jugendlichen sowie Erwachsenen zu reflektieren.

Ausgangspunkt, sich beim VfL intensiv mit dem Thema sexualisierte Gewalt zu beschäftigen, war ein Seminar zum Thema „Safeguarding (Sicherung) und Kindesschutz“ im vergangenen November im Bürgerzentrum (wir berichteten). Dazu hatte die Gemeinde Mettingen die Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung (ECPAT Deutschland) eingeladen. Rund vier Stunden tauschten sich etwa 38 Vertreter von Verbänden, Vereinen, Gruppierungen, Institutionen und Schulen mit den ECPAT-Fachleuten aus.

Dieser Input wird beim VfL jetzt weiter vertieft. Alle Trainer und Trainerinnen sollen verbindlich an der Aufklärungskampagne teilnehmen. Zudem sei geplant, die Ansprechpartner zum Thema sexualisierte Gewalt weiter zu schulen, so Ute Ahlers. Dafür wendet sich der VfL aber auch an die anderen Mettinger Vereine. Wenn es dort ebenfalls offizielle Ansprechpartner zu dem Thema gebe, sei eine gemeinsame Schulung sinnvoll.


 „Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung, 26 Januar 2020, Oliver Langemeyer (Autor), ©ivz.medien GmbH & Co. KG , alle Rechte vorbehalten.“